Sterne fotografieren in Schleswig-Holstein: Mond, Wetter und Gezeiten live | Jan Grube

Sterne und Milchstraße fotografieren in Schleswig-Holstein

Mondphase heute, nächster Neumond, echte Dunkelheit, goldene Stunde, Wetter, Ebbe und Flut, Sternschnuppen und Nordlicht: alles live für die Nordseeküste und die Elbe, dazu eine Anleitung für den ersten Versuch.

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Datum
Beleuchtung
Standort Brokdorf
Phase
Mondphase
Nächster Neumond
Nächster Vollmond
Echte Dunkelheit
Mondfreie Stunden
Milchstraße

Die besten Nächte zum Sterne fotografieren in den nächsten 30 Tagen

Balkenhöhe = Stunden echter Dunkelheit ohne Mond. Antippen zeigt die Nacht oben im Detail.

Sehr gute Nacht Brauchbar Mond stört Wird nicht richtig dunkel

Himmelsereignisse 2026 und 2027: Sternschnuppen, Finsternisse, Supermond

Sternschnuppen, Finsternisse und Supermonde für Norddeutschland, bewertet nach dem Mondlicht in der jeweiligen Nacht. Antippen springt zum Datum.

Der Kalender enthält alle Sternschnuppenströme, Finsternisse, Supermonde und Neumond-Wochen der nächsten zwei Jahre mit Erinnerung am Abend davor. Einmal herunterladen, in den Handykalender übernehmen, fertig.

Nordlicht-Chance

Lade Weltraumwetter …

Kp ist das Maß für Sonnensturm-Stärke. Ab Kp 5 lohnt in Schleswig-Holstein der Blick nach Norden, ab 6 wird es deutlich, ab 7 steht es über dem Kopf. Quelle: NOAA Space Weather Prediction Center.

Wettervorhersage für die Nacht: Wolken, Wind und Regen

Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes für , stündlich für zehn Tage. Wolken und Regen fließen oben in die Nachtbewertung ein.

Lade Wetter …
Bewölkung Regenwahrscheinlichkeit Temperatur jetzt

Sonnenaufgang, Sonnenuntergang und goldene Stunde heute

Goldene Stunde: Sonne zwischen 6 Grad über und 4 Grad unter dem Horizont. Blaue Stunde: 4 bis 6 Grad darunter.

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Sonnenaufgang
Goldene Stunde morgens
Goldene Stunde abends
Sonnenuntergang
Blaue Stunde abends
Tageslänge

Ebbe und Flut heute an Nordsee und Elbe

Gemessen am Pegel , live vom Wasserstraßen-Amt.

Kurve: die letzten 30 Stunden gemessen, danach geschätzt aus dem letzten Tidezyklus (12 h 25 min). Für Wattbilder rund um das Niedrigwasser rausgehen, zwei Stunden davor bis eine danach.

Sterne fotografieren: Anleitung für Einsteiger

  1. Nacht aussuchen. Oben eine Nacht mit hohem Wert wählen, dazu klarer Himmel. Nebel über der Marsch ist der häufigste Grund, warum es nicht klappt.
  2. Raus aus dem Ort. Schon zwei Kilometer Abstand zur nächsten Straßenlaterne machen den Unterschied. Deich, Feldweg, Elbufer.
  3. Stativ, Selbstauslöser, manueller Modus. Autofokus aus, auf unendlich stellen, dann am Live-Bild an einem hellen Stern nachjustieren.
  4. Startwerte: Blende so weit offen wie möglich, 15 Sekunden bei 18 bis 24 mm Brennweite. Längere Zeiten ziehen die Sterne zu Strichen. Den ISO-Wert Stück für Stück erhöhen, bis die optimale Sternenausbeute da ist: mit 400 anfangen, dann 800, 1250, 1600, 2000, und nach jedem Bild auf dem Display reinzoomen. Einen festen Wert gibt es nicht, weil die Kamerasensoren zu stark voneinander abweichen und das Umgebungslicht an jedem Ort anders ist. Viele Modelle rauschen ab einem gewissen Punkt zu stark, und in Ortsnähe wird der Himmel grau statt schwarz. Bleib bei dem Wert, bei dem die meisten Sterne sichtbar sind und der Himmel noch dunkel bleibt.
  5. Probieren und vergleichen. Ein Bild mit 10, eins mit 15, eins mit 20 Sekunden. Auf dem Display reinzoomen und schauen, wo die Sterne noch Punkte sind.

Tipp für alle mit Google Pixel

Kamera-App öffnen, Nachtsicht wählen und das Handy aufs Stativ oder einen Stein legen. Sobald es still liegt, schaltet der Pixel von selbst in den Astrofotografie-Modus und belichtet rund vier Minuten lang. Dabei nimmt er viele einzelne Bilder auf und rechnet sie zusammen, deshalb bleiben die Sterne scharf und die Milchstraße wird sichtbar. Das Bild hier oben ist genau so entstanden, ohne große Kamera. Wichtig: nicht anfassen, bis der Zähler durch ist.

Wenn die ersten Bilder unscharf oder verrauscht sind

Das ist normal und passiert jedem beim ersten Mal. Genau an dieser Stelle fangen wir im Einzelcoaching an: mit deiner Kamera, draußen am Deich, bis das Bild so aussieht, wie du es dir vorgestellt hast.

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Die zehn häufigsten Fragen zum Fotografieren von Mond und Sternen

Kann man in Schleswig-Holstein die Milchstraße sehen?

Ja, und zwar besser als in den meisten anderen Teilen Deutschlands. Zwischen Elbe, Nordsee und Eiderstedt gibt es große dunkle Flächen ohne Städte. Das Band der Milchstraße steht von August bis Oktober abends hoch über dem Kopf, im September oft schon ab 22 Uhr. Wichtig sind ein mondfreier Himmel, also die Woche um Neumond, und zwei bis drei Kilometer Abstand zur nächsten Ortschaft. Der Deich bei Brokdorf, die Elbmarsch und das Wattenmeer bei Büsum sind gute Startpunkte.

Welche Kameraeinstellungen brauche ich, um Sterne zu fotografieren?

Manueller Modus, Blende so weit offen wie das Objektiv erlaubt, 15 Sekunden Belichtung bei 18 bis 24 Millimeter Brennweite und ein ISO-Wert, den man Stück für Stück von 400 bis etwa 2000 erhöht, bis die optimale Sternenausbeute da ist. Autofokus aus und von Hand auf einen hellen Stern scharfstellen. Nach jedem Bild auf dem Display prüfen, ob die Sterne klar sind und der Himmel noch dunkel. Einen festen Wert für alle gibt es nicht, weil die Sensoren der Kameras zu stark variieren und das Umgebungslicht an jedem Ort anders ist.

Wie lange darf ich belichten, bevor die Sterne zu Strichen werden?

Als Faustregel gilt: 500 geteilt durch die Brennweite ergibt die maximale Belichtungszeit in Sekunden. Bei 20 Millimeter an einer Vollformatkamera sind das 25 Sekunden, an einer Kamera mit kleinerem Sensor (APS-C) eher 15 Sekunden. Wer sehr genau hinschaut, nimmt lieber etwas weniger. Länger geht nur mit einer Nachführung, die die Erddrehung ausgleicht.

Wie fotografiere ich den Mond scharf und nicht als weißen Fleck?

Der Mond ist ein sonnenbeschienener Fels, deshalb braucht er Tageslichtwerte: ISO 100 bis 200, Blende 8, Belichtung um 1/250 Sekunde. Möglichst lange Brennweite, 200 Millimeter oder mehr, Stativ und Selbstauslöser. Wer Landschaft und Mond zusammen will, fotografiert bei Dämmerung, wenn der Himmel noch Restlicht hat, oder in der Nacht um Vollmond mit längerer Belichtung und nimmt in Kauf, dass der Mond selbst überstrahlt.

Warum wird es im Juni und Juli in Norddeutschland nachts nicht richtig dunkel?

Weil die Sonne so weit im Norden liegt, dass sie nachts nicht tiefer als 18 Grad unter den Horizont sinkt. Erst ab dieser Tiefe ist der Himmel astronomisch dunkel. In Schleswig-Holstein fehlt diese echte Nacht von Mitte Mai bis Ende Juli komplett. Für Sterne und Milchstraße sind deshalb August bis April die Monate, für Mondbilder und die lange blaue Stunde ist der Sommer dagegen ideal.

Kann ich mit dem Handy Sterne fotografieren?

Ja, mit aktuellen Geräten erstaunlich gut. Google Pixel hat einen Astrofotografie-Modus, der sich in der Nachtsicht von selbst einschaltet, sobald das Handy still liegt, und rund vier Minuten belichtet. Bei iPhone und Samsung hilft der Nachtmodus auf einem Stativ, bei Samsung gibt es in der Expert-RAW-App einen Astromodus. Entscheidend ist in allen Fällen: nicht in der Hand halten, sondern ablegen, und während der Aufnahme nicht anfassen.

Wo ist es in Schleswig-Holstein am dunkelsten?

Am dunkelsten ist es an der Westküste und im Wattenmeer: die Halligen, Eiderstedt rund um Sankt Peter-Ording, das Dithmarscher Watt bei Büsum und die Elbmarsch zwischen Glückstadt und Brunsbüttel. Dort steht im Süden kein Ort, dessen Licht den Himmel aufhellt. Faustregel: Auf dem Deich stehen, Blick nach Süden, und die nächste Straßenlaterne sollte mindestens zwei Kilometer entfernt sein. Hamburg leuchtet im Südosten noch aus 60 Kilometern Entfernung, deshalb lieber nach Westen ausweichen.

Wann sind die meisten Sternschnuppen zu sehen?

Die zwei großen Nächte sind die Perseiden um den 12. August und die Geminiden um den 13. Dezember. Die Perseiden bringen bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde in warmer Sommernacht, die Geminiden sogar bis 150, dafür bei Frost. Ob die Nacht gut wird, entscheidet der Mond: Steht er am Himmel, verschwinden die schwachen Sternschnuppen. Der Rechner oben bewertet jeden Strom nach dem Mondlicht in der jeweiligen Nacht.

Ist Vollmond gut oder schlecht zum Fotografieren?

Für Sterne schlecht, für alles andere großartig. Der Vollmond hellt den Himmel so stark auf, dass die Milchstraße verschwindet. Dafür leuchtet er die Landschaft aus wie ein riesiger Scheinwerfer: Deich, Watt, Elbe und Kirchen lassen sich bei Vollmond mit 10 bis 30 Sekunden fast wie am Tag fotografieren, nur mit sternklarem Himmel darüber. Beim Supermond ist der Effekt noch stärker.

Kann man Polarlichter in Schleswig-Holstein sehen und fotografieren?

Ja, in Jahren mit aktiver Sonne wie 2024 bis 2027 mehrmals im Jahr. Voraussetzung ist ein Sonnensturm mit Kp-Wert von mindestens 5, dann zeigt sich das Polarlicht am Nordhorizont, ab Kp 7 auch über dem Kopf. Mit dem Auge sieht man oft nur einen grauen Schimmer, die Kamera macht daraus Grün und Rot: Blende offen, ISO 1600, 5 bis 15 Sekunden, Blick nach Norden über Nordsee oder Elbe. Der Nordlicht-Anzeiger oben zeigt die aktuelle Chance.

Mondphasen auf den Tag genau, Dunkelheit = Sonne mehr als 18 Grad unter dem Horizont. Nordlicht: Kp-Vorhersage der NOAA (USA). Wetter: Quelle Deutscher Wetterdienst, abgerufen über Bright Sky. Ebbe und Flut: Messwerte von pegelonline.wsv.de, die kommenden Zeiten sind Schätzungen ohne Windstau. Wetter ist nicht enthalten.